Die bekanntesten Eulenarten

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Sumpfohreule: Asio flammeus (lateinische  Bezeichnung)
Short-eared Owl (englisch)
Der deutsche Name leitet sich von ihrem Lebensraum ab, der englische Name weißt auf die Tatsache hin, daß ihre Federohren kürzer sind, als die der Waldohreule.

Sie ähnelt äußerlich sehr der Waldohreule. Jedoch  hat sie kurze Federohren und ist unterseits viel heller, ihre Augen sind schwefelgelb und schwarz umrandet, nicht orangegelb wie bei der Waldohreule. Jagt häufig am Tage (während der Jungenaufzucht), ist aber vorwiegend  dämmerungsaktiv.    Auch im Flug kaum von der Waldohreule zu unterscheiden, deren lange Federohren dann meist nicht sichtbar sind. Sie wirkt aber heller und spitzflügliger als die Waldohreule und die Spitzen der äußeren Handschwingen sind schwarz. Länge 36 - 40 cm, Flügelspannweite 96 - 110 cm. Gewicht Männchen um 350g., Weibchen um 420g. Sie fliegt weich und gaukelnd mit ruhigen Flügelschlägen; die  Flügel wirken sehr lang. Sie jagt vom Ansitz aus. Während der Balzzeit und der Revierkämpfe kann man bei ihr auch das sogenannte Flügelklatschen beobachten.
Geschlechtsreif im 1. Lebensjahr.
Vorkommen und  Brutverhalten:
Balzzeit:
ab März
Legebeginn: Mitte März u. Anfang Mai, 1 - 2 Bruten im Jahr
Gelege:
7-10 Eier je nach Nahrungsangebot, selten 5, maximal 13 Eier
Brutdauer: 26 Tg.
Brutbeginn: ab dem 1. Ei
In weiten Teilen Europas, in Südeuropa nur im Winterhalbjahr anzutreffen. In guten Mäusejahren auch selten in Mitteleuropa, hier außerhalb der Brutzeit vor  allem in den Küstenbereichen. Bei uns in Bayern, Hessen und Brandenburg. Bezieht Winterquatier südwärts bis Nordafrika. Bodenbrüter, brütet im offenem Gelände mit niedriger, aber dichter Bodenvegetation, vor allen in Mooren und Verlandungszonen. Junge verlassen schon nach 12 - 15 Tagen das Nest, Flugfähig aber erst nach 24 - 27 Tagen. Auflösung der Familie erst bei Wegzug.
Die Sumpfohreule ist durch fortgesetzte Vernichtung von Feuchtgebieten, Heiden und Dünenlandschaften stark bedroht.
Nahrung: tägl. Nahrungsbedarf ca. 80g vorwiegend Wühlmäuse bei geringem Mäuseangebot weicht sie auf Spitzmäuse u.  Kleinvögel aus.
Siehe auch “Der Flug der Sumpfohreule
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Zwergohreule: Otus scops (lateinische Bezeichnung)
Der deutsche Name rührt wohl daher, daß sie die kleinste Ohreule ist.

Kleine schlanke Eule mit rindenfarbenem Gefieder. Nur halb so groß wie Waldohreule u. Sumpfohreule. Länge: 19 - 21 cm, Flügelspannweite 49 - 54  cm. Männchen und Weibchen sind gleich schwer (80g - 100g). Meist nur anhand ihres Rufes zu entdecken; ein monotones in Abständen von 2 - 3 Sekunden wiederholtes “djü”, das Männchen u. Weibchen oft stundenlang im Duett vortragen. Durch ihr rindenfarbenes Gefieder ist sie sehr gut getarnt und von einem  Baumstamm kaum zu unterscheiden. Ihre Flügel sind graubraun, das Bauchgefieder hellgrau gefärbt mit feinen dunklen  Längsstreifen. Sie hat kurze Federohren, die meistens angelegt sind. Die  Zwergohreule ist rein dämmerungs- u. nachtaktiv, vorwiegend  vor Mitternacht. Ansitzjäger manchmal auch Flugjagd im Laternenschein auf Motten
Geschlechtsreife
mit 10 Monaten.
Vorkommen und Brutverhalten:
Balzzeit:
Mitte April bis Mitte Mai. Nächtliche Reviergesänge, auffallend monoton, von April bis Juni.
Legebeginn: Mitte Mai - Mitte Juni
Gelege: 2 - 6 Eier,
Brutdauer: 20 - 31 Tage
Brutbeginn: teils ab dem 1. Ei, teils erst ab dem 3. Ei
Weit verbreitet in den Mittelmeerländern, sehr seltener Brutvogel der CSFR, Ungarns, Südösterreichs, u. der Südschweiz. In Europa verläuft die nördliche  Grenze ihrer Verbreitung durch Mittelfrankreich und dem Elsaß. Man findet sie aber auch in Rumänien, der Ukraine und Mittelrußland. Brütet in warmer abwechslungsreicher Landschaft, in Obstgärten, Parks, Gärten oder am Rande
von lichten Laubwäldern. Höhlenbrüter. In der Pfalz wurden  zwischen 1990 u. 1993 drei bis fünf Brutpaare von Mai bis September gesichtet. Also kommen sie vereinzelt auch in unseren Regionen vor.
In Europa von April - November zu finden. Brutpflege des Weibchens 18 Tg., danach füttern beide, Familienzusammenhalt 2 Monate, gemeinsamer Fortzug in tropische Gebiete z. B. Nordwestafrika.
Nahrung:
verschiedene Großinsekten, erbeutet aber auch Spinnen und Asseln, gelegentlich Singvögel, Kleinsäuger und Laubfrösche.
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Waldohreule: Asio otus (lateinische Bezeichnung); meine  Lieblingseule
Mittelgroße Eule mit auffallenden Federohren. Sitzt am Tage in Tarnstellung auf Bäumen in Stammnähe und aufrecht mit angelegtem Körpergefieder.  Dämmerungs- und nachtaktiv. Länge 35 - 37 cm, Flügelspannweite 90 - 100 cm, Gewicht Männchen um 250g, Weibchen um 300g, kleiner schlanker und langflügeliger als der Waldkauz. Bei Gefahr ist ihr Ruf ein laut bellendes “uäk”, der Reviergesang des Männchens ein dumpfes “huh”, Standortrufe der ausgeflogenen Jungen ein hochklagendes “zieh”, weit zu hören. Das Paar führt eine Saisonehe. Das Balzverhalten des Männchens sieht folgendermas- sen aus:
Das Männchen schlägt im Flug die Flügel klatschend unter dem Körper zusammen.
Vorkommen und Brutverhalten:
Balzzeit:
und Paarbildung beginnen meist Mitte Februar.
Legebeginn: Ende März - Mitte April
Gelege: 4 - 5 Eier
Brutdauer: 27- 29 Tage
Brutbeginn: ab dem 1. Ei
Weit verbreitet in Europa außer Island und dem Norden Skandinaviens und Rußlands. Brütet am Rande von Wäldern, in Feldgehölzen und höheren Hecken und sogar in Stadtparks. Wichtig sind alte Nester von Krähen oder Elstern für die Brut. Bevorzugt Nadelwälder. Nestlingszeit 20-25 Tg., flugfähig nach 33 Tg., flugunfähige Jungeulen nennt man Ästlinge, weil sie dicht am Baumstamm sitzen. Sie verlassen schon vor Erlagung der Flugfähikeit das Nest u. sitzen in benachbarten Bäumen. Wenn sie vom Baum purzeln, klettern sie, mit Hilfe von Schnabel u. Flügeln, auf den nächsten Baum. Junge Waldohreulen sind darin besonders geschickt.
Selbstständig nach weiteren 35 - 42 Tagen. Sie hat ihren volkstümlichen Namen Horn-, Hörner- u.  Hörnlesseule aufgrund ihrer langen Federohren, ihr Kopf erinnert an eine Katze, daher der Name Katzeneule
oder Katzenkopf. Im schlesischen nennt man sie auch merkwürdigerweise  “Kindermelker”.
Nahrung: Tägl. Nahrungsbedarf ca. 80g. Vorwiegend Wühlmäuse etwa 80%, aber auch im Winter Kleinvögel wie Sperlinge u. Grünlinge. Jagt im Flug. Nicht selten bilden Waldohreulen sogenannte Wintergesellschaften von 20 - 30 Vögeln die sogar in  Gärten mit altem Fichtenbestand am Tage Einzug halten.
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Schleiereule: Tyto alba (lateinische  Bezeichnung)
Heller herzförmiger Gesichtsschleier, daher ihr deutscher Name.
Kerkuil (niederländisch) weil sie in Kirchtürmen brütet.
Ihr englischer Name Barn Owl, zu deutsch Scheunen-Eule.

Fast ausschließlich in bewohnten Gebieten anzutreffen. 34 cm lang, Flügelspannweite 90 -  98 cm, Gewicht Männchen um 315g, Weibchen um 340g, langbeinige sehr helle Eule, im Flug sehr helle  Unterseite.
Geschlechtsreif im 1. Lebensjahr. Schleiereulen führen eine Dauerehe.
Vorkommen und Brutverhalten:
Balzzeit:
Ab Januar
Legebeginn:
Im April, aber auch später, Zweit- u. Spätbruten noch im September
Gelege:
Gelege 4 - 7 Eier, bei gutem Nahrungsangebot bis zu 15 Eier, keine Brut in nahrungsarmen Jahren.
Brutdauer:
30 - 35 Tage,
Brutbeginn:
ab dem 1. Ei
Europa aber nicht in Nord- und Osteuropa. Standvogel. Nur die Jungen ziehen weg. Die Alten  nur bei Nahrungsmangel. Meidet Gebiete mit mehr als 40 Schneetagen im Jahr. Brütet in ruhigen  Dachböden, Kirchen und  Scheunen. Als Nistunterlage dienen zerbissene bzw. verwitterte Gewölle. Am Brutplatz, im Spätwinter, nachts anhaltend schnarchende u. kreischen- de Laute. Bruthöhle soll dunkel sein. Das Weibchen nimmt schon 1 - 2 Tg. vor Schlupf die Brutstellung ein. Die Jungvögel nehmen 2 Tg. vor dem Schlupf stimmlich schon Kontakt zur Mutter auf. Das Weibchen leistet dann Schlupfhilfe, es befreit die Jungen, nachdem diese schon ein Loch mit dem Eizahn in die Eihülle gepickt haben, aktiv aus der Eischale. Nestlingszeit 7 - 10 Wochen, Abwanderung der Jungen im Alter von rd. 3 Monaten. Die Schleiereule gilt im deutschen Volksglauben als Künderin des Todes aber auch des Feuers. (Feuer- und  Flammeneule)
Nahrung:
tägl. Nahrungsbedarf ca. 80g. Je höher der Jagdansitzplatz, umso besser kann die Eule ihre Beute orten. Vorwiegend Feldmäuse in offener Kulturlandschaft oder in Scheunen. In feldmausarmen Jahren und harten Wintern große Verluste. Auch hohe Verluste durch den  Straßenverkehr.
Besonderheit: Schleiereulen haben ein alltäglich wiederkehrendes Ritual während der Jungenaufzucht. Bevor das Männchen zum Beuteflug aufbricht, lockt es das Weibchen mit Rufen ans Ausflugsloch. Dann vollführt er unter ihren Augen eine Art Flugzirkus, um sie zu beeindrucken. Erst dann geht er auf Beuteflug. Bei seiner Rückkehr wird er vom Weibchen immer sehr zärtlich empfangen u. mit Schmuseeinheiten bedacht.
Noch mehr Infos über Schleiereulen: www.schleiereulen.de
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Schnee-Eule: Nyctea scandiaca (lateinische Bezeichnung)
Große, weiße Eule, fast genau so groß wie der Uhu, auch tagaktiv.
Anzutreffen auf niedrigem Ansitz in baumlosen Landschaften. 55 - 66 cm lang, Flügelspannweite 145 - 160 cm, Gewicht Männchen 1700g, Weibchen 2100g. Männchen im Alter von 3 bis 4 Jahren, schneeweiß mit wenigen dunklen Flecken auf den Flügeln, Weibchen und junge Männchen mit dunkler Wellenzeichnung. Das Gefieder erwachsener Tiere, bietet Schutz vor Temperaturen bis - 40°. Sie hat winzigkleine Federohren. Im Flug zeigt sie auffallend lange Flügel u. einen kurzen Schwanz. Auch der runde, beim Männchen verhältnismäßig kleine, Kopf mit den goldgelben Augen ist ein markantes Merkmal. Der Schnabel ist lackschwarz u. von weißen dichten Federn (Vibrissen) bedeckt. Die Beine sind mitsamt den Zehen auch dicht befiedert. Nur die schwarzen Krallen schauen heraus. Die Fänge wirken mit ihrer dichten Befiederung wie Schnee-Schuhe. Tolle Anpassung an den hohen Schnee u. die arktische Kälte.
Geschlechtsreif gegen Ende des 1. Lebensjahres.
Vorkommen und Brutverhalten:
Balzzeit:
April bis Mai.
Legebeginn: meist in der zweiten Maihälfte
Gelege: 6 - 9 Eier, manchmal 14,
Brutdauer: 32 - 34 Tage
Brutbeginn: ab dem 1. Ei
Lebt in Island, Alaska, Skandinavien, Finnland und Nordrußland. Bodenbrüter, brütet in nordischen Fjäls und Tundren. Nestlingszeit 15 - 20 Tage, flugfähig mit 43 - 50 Tagen, selbstständig nach weiteren 20 - 35 Tagen, das Männchen bringt die Beute, es füttert erst aktiv mit, wenn die Jungen flügge sind. Alle Jungtiere werden gleich mit Futter bedacht, es gibt keine Bevorzugung der stärkeren Jungen. Es soll vorkommen, daß sehr aktive Männchen zeitgleich zwei Nester mit je einem Weibchen haben. Sie müßen dann beide Nester mit Beute bedienen u. gleich zwei Reviere verteidigen.
Nahrung: Hauptbeutetier sind die Berglemminge, aber auch Vögel, bis zur en- tengröße und Fische, sowie Wiesel und Füchse.
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Sperbereule: Surnia ulula (lateinische Bezeichnung) Hawk owl (englisch)
Das Aussehen und Verhalten dieser dämmerungs- u. tagaktiven Eule erinnert an einen Sperber (quergebänderte Unterseite). Sie hat auch eine ähnliche Start-
geschwindigkeit, Rasanz u. Wendigkeit im Jagdflug, wie ein Habicht oder Sperber. Sperberartig sind auch der lange Schwanz u. der kleine Kopf. Sie ist 36 - 40 cm lang, fast so groß wie eine Waldohreule. Gewicht Männchen etwa 270g, Weibchen um 320g.
Flügelspannweite 72 - 81 cm.
Sitzt oft auf Baumspitzen oder anderen exponierten Plätzen. Im Flug langschwänzig , fliegt schnell u. gerade. Jagt im Flug oder im Rüttelflug wie ein Turmfalke oder vom Ansitz. Kann ihren Kopf um 180° drehen. Nicht scheu, eher friedlich, jedoch agressiv  gegenüber Hunden. Normade, Wanderungen abhängig vom Wühlmausangebot. In schlechten Jahren bis Deutschland wandernd. Die weiteste Wanderung einer in Schweden beringten Sperbereule, war 1800 km bis in den Ural. Ihr Ruf  ist ein gellendes ”kwikwikwikwi”.
Geschlechtsreife im 1. Lebensjahr. Führt eine monogame Saisonehe.
Vorkommen und Brutverhalten:
Balzzeit:
von Anfang März bis Mitte April.
Legebeginn: Anfang April - Mitte Mai
Gelege: 3 - 13 Eier, meist 5 - 8.
Brutdauer: 25 - 30 Tg, eine Brut im Jahr, Ersatzgelege bei Brutverlust
Brutbeginn: mit dem 1. Ei
Zuhause in Skandinavien, Finnland und Nordrußland. Höhlenbrüter, brütet in lichten Nadel- und Birkenwäldern der Taigazone. Nistet auch in der Spitze eines abgebrochenen Baumes in alten Greifvogelhorsten. Der Bruterfolg hängt vor allem vom Angebot an Kleinsäugern ab. Ist genügend Nahrung vorhanden, legt das Weibchen  bis zu 13 Eier. Das Männchen bringt die Beute verzehrgerecht ohne Kopf und Gedärm. Nestlingszeit 25 Tage, flugfähig ab 5 - 6 Lebenswoche.
Nahrung:
hauptsächlich Wühlmäuse, bei Nahrungsmangel auch Frösche, Vögel, Fische und Käfer.
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