Hier nun die verschiedenen Gewölle (Makroaufnahmen)
Hier zeige ich euch einige Gewölle, auch Speiballen genannt, unserer einheimischen Eulen. Im Durchschnitt würgt eine Eule ein Gewölle pro Mahlzeit aus. Diese Überreste der Eulenmahlzeit geben wichtige Informationen über die Ernährungsweise und Beutewahl der verschiedenen Eulenarten. Durch diese Untersuchungen wurde z. B. herausgefunden, daß Nestlinge bestimmter Eulenarten in der Lage sind auch Knochen zu verdauen. Dies trifft z. B. auf die Jungvögel des Steinkauzes, des Waldkauzes u. der Waldohreule zu. Erklären läßt sich das, durch den erhöhten Kalkbedarf während der Wachstumsphase. Die Verdauung adulter (ausgewachsener) Eulen verwertet vor allem die dünnen Knochen der Mäuseschädel (15 - 35%). (Nachzulesen bei Mebs&Scherzinger Die Eulen Europas) Diese Art der Verdauung verfälscht so oft das Bild von Gewölleanalysen in Bezug auf die Stückzahl der Beutetiere. So kann eine Differenz von 8%, z. B. bei der Schleiereule, bis über 20%, z.B. bei der Waldohreule, gegenüber der tatsächlichen Beuteanzahl entstehen.
Schleiereule, ca. 3cm lang
Bei den Uhugewöllen kann man deutlich die Beuteüberreste erkennen.
Nun wünsche ich euch viel Spass und Erfolg bei der Gewöllesuche.
Schleiereule, ca. 3cm lang
Waldkauz, ca. 4,5 cm lang
Uhu, ca. 8,5 cm lang (das Gewölle sieht doch fast wie eine Maus aus)
Uhu, hier sieht man sehr gut
die Beuteknochen
Das Auswürgen des Gewölles kündigt die Eule durch ein langanhaltendes Gähnen an. Dieses Verhalten ist auch schon bei den Nestlingen zu beobachten.
Ach ja, wo sollt ihr suchen? Also, in und vor Scheunen
(Schleiereule, manchmal auch Steinkauz), in lichten Nadelwäldern (Waldohreule u. Waldkauz) am Fusse von Steinbrüchen oder an Waldlichtungen in der Nähe von Steinbrüchen u. Felsen (Uhu), und in der Nähe von alten Obstbaumbeständen, aber auch auf Speichern (Steinkauz).
Das Aussehen der Gewölle variiert in Größe u. Farbe. (siehe oben) Es kann auch schon mal vorkommen, daß Eulengewölle mit Greifvogelgewöllen verwechselt werden. Jedoch enthalten Greifvogelgewölle keine Knochen. Mit viel Pech hält man auch schon mal die Losung (Kot) von Fuchs oder Marder in den Händen. Bei den
Gewöllen von echten Eulen kann man von außen schon Teile des Beutetieres, wie Haare, Federn u. kleine Knochen erkennen. Jedoch bei der Schleiereule ist der Speiballen mit einem schwarzen lackartigen Überzug umgeben, sehr gut zu sehen, wenn das Gewölle frisch ist. Daran kann man ein Schleiereulengewölle sicher erkennen.
Und so sieht dieses Gähnen aus z. B. beim Bartkauz
Steinkauzgewölle, schön
erkennt man den sandigen Anteil bedingt durch die Nahrung, wie z.B. Regenwürmer.
Steinkauzgewölle am natürlichen Fundort, also “Augen auf”.
Hier ein Link von Eulenmanie wo ihr unter “Das Leben des Steinkauzes” Teil 7 den Akt des Gewölleauswurfs bei einem Steinkauz beobachten könnt: Zur Eulenmanie-Steinkauzdokumentation