Die Eule ist der Todes-, Zauber-, Hexen, ja Teufelsvogel, der freilich auch wieder Geburt oder Glück künden kann und mit dem vielerlei Zauber und Gegenzauber getrieben worden ist.
(vgl. Bächtold-Stäubli 1929/30, 1073-79 ”Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens”)
Im Gegensatz zu dieser Aussage steht folgendes:
Sie war aber auch der Vogel des Dil Ulenspiegel, den die Ausgabe von 1515 mit der Eule in der einen und dem Spiegel in der anderen Hand zeigt.
Ich interpretiere das so: Die Eule als Symbol seiner Klugheit und der Spiegel als Symbol seines Anliegens, nämlich der damals herrschenden Klasse den Spiegel der Erkenntnis vorzuhalten.
Die Geschichten des Till Eulenspiegel, reflektieren in
amüsanter Weise die damalige, und auch heute noch anwendbare, Gesellschaftskritik wieder.
Seine Abenteuer wurden im Jahre 1515 erstmals gesammelt und in einem hochdeutschen Volksbuch veröffentlicht. Der Vorläufer stammt wahrscheinlich aus Niedersachsen.
Zur Person: Till Eulenspiegel geboren um 1290 - 1350 in Keitlingen (Braunschweig), war ein Bauerssohn, dem der Schalk im Nacken saß. Berühmt ist wohl seine Geschichte, in der er die ärgerliche Aussage seines Brotherrn, einem Bäcker, zu wörtlich nimmt, und Eulen und Meerkatzen backt. Am liebsten nahm er geistliche Würdenträger und Adlige auf die Schippe.
Er machte sich also über die gesellschaftlichen Konventionen seiner Zeit lustig.