Wo kommen in Deutschland Eulen vor?

Auf der ganzen Welt leben ungefähr 140 Eulenarten. Sie sind überall verbreitet und fehlen lediglich in der Antarktis und auf einigen entlegenen Inseln, die weit vom nächsten Festland entfernt sind. Alle Eulen sind nachtaktiv und gehen in der Dunkelheit auf Beutefang. Einige Eulenarten jagen gelegentlich auch am Tag. In Deutschland wurden bis jetzt acht Eulenarten als Brutvögel nachgewiesen. Dabei handelt es sich um den Sperlingskauz (die kleinste Art), den Waldkauz, die Waldohreule, die Schleiereule, den Uhu (die größte Art), die Sumpfohreule (die einzige Eule, die auch tagaktiv ist), den Raufußkauz und den Steinkauz.

In welchen Gebieten Deutschlands welche Eulenarten vorkommen, ist oft nur Ornithologen oder Vogelliebhabern bekannt. Eulen treten nie in großer Bestandsdichte auf, da sie ein großes Jagdrevier benötigen. Die meisten Eulenarten stehen auf der Roten Liste der bestandsgefährdeten Arten. Die Schleiereule ist die am häufigsten vorkommende Eulenart. Welche Eulenarten in einem bestimmten Gebiet vorkommen, erkennt man an den Funden des sogenannten Gewölles. Dabei handelt es sich um Haut-, Haar-, Feder- und Knochenreste, die von den Eulen nach dem Fressen der Beute wieder ausgewürgt werden. Eine Analyse des Gewölles zeigt auch das Spektrum der Beutetiere.

Eulen sind selten, da sie bis vor wenigen Jahrzehnten aus Gründen des Aberglaubens rücksichtslos verfolgt und bei jeder Gelegenheit getötet wurden. Da ihre natürliche Vermehrungsrate niedrig ist, erholen sie sich von dieser Verfolgung nur schwer. Dazu kommt noch, dass der Lebensraum der Eulen zunehmend eingeschränkt wird. Die Vögel brauchen große Reviere, wo sie besonders tagsüber von Menschen nicht gestört werden. Da Eulen hoch spezialisierte Nachtjäger sind, werden sie durch das grelle Tageslicht geblendet und fliegen kaum umher. Stattdessen sitzen sie regungslos in einem Versteck und warten die Dunkelheit ab. Sie bevorzugen daher einsame, alte Gemäuer oder Felswände mit vielen Nischen oder auch große Bäume mit Baumhöhlen, da sie selbst keine Nester bauen. Solche Verstecke fehlen in den modernen Forstplantagen und den überlaufenen Kulturlandschaften mehr und mehr.

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